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Arkadi Junold
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Improvisation und Komposition, ein Essay

In den rebellischen 1960-ger Jahren entdeckten Komponisten die freie, daß heißt frei von repetitiven Rhythmen, harmonischen Systemen agierende Improvisation als Musikform der Zukunft. Dogmen der Neuen Musik wurden eingerissen, die Rolle der Musiker neu definiert, neue Ideen von Ordnung, von musikalischer Zeit und Erinnerung entwickelt. Doch nach wenigen Jahren war die Improvisation aus dem kunstmusikalischen Bewußtsein wieder verschwunden. Die freie Improvisation wurde belächelt wie eine Jugendsünde der Nachkriegsavantgarde. Seit den 1990-ger Jahren erlebt die freie Improvisation jenseits von Jazz und neuer Musik eine Renaissance. Die Szene blühte auf und mischte sich mehr und mehr mit anderen Szenen, mit Noise und komponierter Avantgarde, Klang- und Konzeptkunst, mit Cageianern und meditativen Reduktionisten, mit DJ´s und Lap-Top-Spielern, der Subkultur und Free Jazz. Freemusic hält seit einigen Jahren Einzug in den etablierten Festivals der neuen Musik, in den hochkulturellen Programmen des Rundfunks und der Musikpädagogik. Die freie Improvisation ist reich und präsent wie nie zuvor, doch wir haben keine Kriterien, um danach zu fragen, was an ihr wirklich neu ist, was an ihr Kunst, und was nur modische Lebenshaltung ist. Der Essay Sebastian Kiefers bietet weder eine Theorie noch Geschichte der Improvisation. Er zeigt, weshalb gängige Kategorien wie Unvorhersehbarkeit, Risikofreude, Spontanität, Materialerweiterung, Momenthaftigkeit, Instant Composing, neue Wahrnehmungsweisen, Offenheit, untauglich sind, um das zu bestimmen, was eigentlich neu und kunstrelevant an der freien Improvisation ist – und in welcher Richtung man fragen muß, um dies zu tun.

Sebastian Kiefer, Improvisation und Komposition, ein Essay, Berlin: 2011, ISBN: 9783940863300

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